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„Ertragen können wir sie nicht – Martin Luther und die Juden“

Wanderausstellung zum Reformationsjubiläum 2017 ist im Frühjahr an verschiedenen Orten im Kirchenkreis zu sehen

Die Ausstellung zum Thema "Martin Luther und die Juden ("Ertragen können wir sie nicht") ist im Frühjahr als Wanderausstellung im Kirchenkreis Wesel an verschiedenen Orten zu sehen. Und zwar vom 6.-24.3. im Lutherhaus, Wesel; vom 27.3.-31.3. in der Filiale der Volksbank in Schermbeck, am 2.4. in der St. Georgskirche in Schermbeck, vom 4.4.-13.4. im Ev. Gemeindezentrum in Isselburg und vom 18.4.-30.4. im Ev. Gemeindezentrum in Hamminkeln.

Der Initiator, Pfarrer i.R. Dr. Norbert Ittmann, schreibt dazu:

"In Vorbereitung auf den 500. Jahrestag des Thesenanschlags von Wittenberg im Oktober 2017 hat die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) die „Reformations-dekade“ ausgerufen, ein Jahrzehnt der Beschäftigung mit Themen der Reformation. Auf ihrer Website heißt es: „Am 31. Oktober 1517 veröffentlichte Martin Luther 95 Thesen gegen den Missbrauch des Ablasses. ... Diese Tat löste eine weltweite Bewegung aus, welche die Menschen nicht nur in Deutschland, sondern auch in Europa und Amerika nachhaltig beeinflusste und weltweit Spuren hinterließ.“

Martin Luther war jedoch nicht nur ein genialer theologischer Denker, Liederdichter und mutiger Reformator der Kirche, sondern auch ein vehement antijüdischer Kirchenmann. Zwar wechselte die Tonlage seiner Auseinandersetzung mit dem Judentum im Laufe seines Lebens, doch Luthers Grundhaltung blieb Zeit seines Lebens dieselbe: Er hielt den jüdischen Glauben für verblendet und die Juden - nach dem Teufel - für die größten Feinde des Christentums.

In seiner übelsten antijüdischen Schrift „Von den Juden und ihren Lügen“ ruft der Reformator sogar ausdrücklich dazu auf, Synagogen und Häuser der Juden zu zerstören, ihre Gebet- und Talmudbücher zu verbrennen, die Juden zu entrechten und als letzte Möglichkeit, sie zu vertreiben.

Wie kann Luthers Judenfeindschaft verstanden werden? Was ist ihr Kontext? Kann man sie als Entgleisung bewerten, war sie schlicht zeitbedingt oder weist sie auch auf Grundprobleme der reformatorischen Theologie hin? Zur Feier der Reformation gehört jedenfalls unverzichtbar eine offene Auseinandersetzung mit Luthers Judenfeindschaft.

Hierzu will die Ausstellung „’Ertragen können wir sie nicht’ - Martin Luther und die Juden“ anregen, die im Referat für Christlich-Jüdischen Dialog der Ev.-Luth. Nordkirche konzipiert wurde. Auf 17 Tafeln informiert sie über Grunddaten der Biographie Martin Luthers, gibt einen Überblick über Luthers Äußerungen zu „den Juden“ und ordnet sein Verhältnis zum Judentum in die Theologiegeschichte ein und. Ausführlich stellt sie Geschichte und Status des Judentums in Deutschland bis in die Reformationszeit dar.

Die Titel der einzelnen Ausstellungstafeln:

1 Martin Luther, der Reformator

2 Wer war Martin Luther?

3 Deutschland zur Zeit Martin Luthers

4 Bauernkriege und lutherisches Bekenntnis

5 Martin Luthers Kirchenlieder

6 „Kehrseite(n)“ des Reformators

7 Luther empfiehlt Gewalt gegen Juden

8 „Judenschriften“ Luthers 1513 – 1526

9 „Judenschriften“ Luthers 1537 – 1543

10 Antijüdische Polemik bei den Kirchenvätern

11 Blütezeit des Judentums im Mittelalter

12 Kreuzzüge und Kammerknechtschaft

13 Antijüdische Legenden

14 Vertreibungen der Juden (15./16. Jh.)

15 Josel von Rosheim (1476 – 1554)

16 Sola Scriptura – Solus Christus – Fragen an die Rechtfertigungslehre

17 Luther und die Juden – und wir?

18 Tafel mit dem Titel der Ausstellung – kann extra stehen, z. B. als Hinweis

Die genauen Ausleihmodalitäten sind zu erfragen bei:

Pfarrer i.R. Dr. Norbert Ittmann, Ackerstr. 16, 46499 Hamminkeln, Tel. 02857 9024223, ittmann@t-online.de.

Ein 56-seitiges Begleitheft zur Ausstellung enthält alle Texte und viel Bildmaterial. Es dient als Arbeitshilfe zur Vertiefung und Weiterarbeit in den Gemeinden und an den Schulen.

Im Internet kann das Begleitheft als pdf angesehen und herunter geladen werden.

www.christen-juden.de/fileadmin/user_upload/baukaesten/Baukasten_Christlich_J_discher_Dialog/2015-begleitheft_nd__digital2.pdf

Zur Ansicht ist hier auch eine Beispieltafel der Ausstellung verlinkt:

www.nordkirche-weltweit.de/fileadmin/user_upload/zmoe/media/InterreligioeserDialog/christlich-juedischerDialog/Luther_und_Juden_Tafel11.pdf

 

Konzeption, Herstellung und Copyright:

Zentrum für Mission und Ökumene – Nordkirche weltweit (ZMÖ)

Inhalt: Pastorin Hanna Lehming, Referat für Christlich-Jüdischen Dialog

Grafische Gestaltung: Christiane Wenn, ZMÖ

Agathe-Lasch-Weg 16, 22605 Hamburg

Tel. 040-881 81 224, E-Mail: h.lehming@nordkirche-weltweit.de