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Konficamp XXL in Wittenberg - ein großartiges Erlebnis

35 Weseler Konfirmanden gehörte zu den ersten der 12.000 Konfirmanden im Wittenberger Konficamp

Buntes Treiben vor einem Zelt.

Mehr als 12000 Konfirmanden werden in diesem Sommer im Konficamp Wittenberg erwartet. Eine Herkules-Aufgabe für die Organisatoren und freiwilligen Helfer, die am 31. Mai gestartet wurde. Zwei Weseler Konfirmanden-Gruppen, eine aus Büderich und eine vom Lauerhaas, gehörten zu den Teilnehmern des ersten Camps, das vom 31.5. bis 4.6. (Pfingstsonntag) mit knapp 900 Teilnehmern aus ganz Deutschland startete. Pfarrerin Susanne Kock und Pfarrer Albrecht Holthuis hatten sich mit 4 weiteren Teamern und insgesamt 35 Konfirmanden per Bus auf den Weg gemacht. Sie sollten ihr "Wagnis" nicht bereuen.

Denn es ist natürlich zunächst einmal eine gewisse Überzeugungsarbeit bei Eltern und Schulen zu leisten, um sich für eine fünftägige Fahrt  in der Schulzeit die Zeit zu nehmen und dann auch noch in Großzelten zu übernachten. Aber die Mühe hat sich aus Sicht der Teilnehmer in jedem Fall gelohnt. So viel Abenteuer, Erfahrung, Gemeinschaftserleben und passende Angebote en masse für Jugendliche gibt es sicher nur selten an einem Ort - und das natürlich gepaart mit den modern ins Spiel gebrachten Gedanken des Reformators Luther und des evangelischen Glaubens. Einfach ein unglaubliches Füllrohr an Möglichkeiten eröffnete sich den Konfirmanden und das bei schönstem Wetter. Nur die Abreise am Sonntag stand unter dem Einfluss eines Starkregens - aber auch dieses Problem konnte dann gut gelöst werden.

Aber nun den Vorzügen im einzelnen:

Man muss auch mal mit anpacken.

Bei dem Konficamp Wittenberg handelt es sich um eine Zeltstadt, die extrem gut organisiert ist und deren "Provisorium" viele charmante Seiten hat.  Die Gruppen sind in Zeltdörfern einquartiert, die wiederum aus Schlafzelten für max. 15 Personen und Aufenthaltszelten für ca. 100 Personen bestehen. Man ist also sehr nah beieinander mit der Gruppe und kann so trotz der Größe eine einge Verbindung aufbauen. Für alle Mahlzeiten geht es ins "Unterzentrum", ein Großzelt für über 300 Personen, in deren Nähe sich dann auch die sanitären Anlagen befinden. Darüberhinaus gibt es auf dem Gelände ca. 15 Dörfer, vier Kirchenzelte bzw. ruhige Orte, ein Großzelt für 1500 Personen und zahlreiche weitere Zelte mit Lern- Spiel- und Informationsangeboten. Das Gelände ist drei Kilometer von Wittenberg am Stadtrand in einem hügeligen und teils bewaldeten Gelände gelegen.

Der Tag ist gut durchstrukturiert: Morgens nach dem Frühstück trifft man sich im Großzelt zu Musik und Gespräch und erfährt etwas über das Tagesthema anhand von jugendlichen Figuren, die auf einer Großleinwand ihre Geschichte erzählen. Es geht um "trust 'n' try" - also um die Frage von Vertrauen und Glauben. Pauline, Finn, Nils und Clara sind dann auch die Helden des Logbuchs, das alle Konfirmanden in den Tagen begleitet mit allerlei nachdenklichen Fragen und Anregungen. Nachmittags sind dann die Workshops auf dem Gelände - und diese sind auf sehr hohen Niveau: ob Tanz und Musikworkshop, ob Video-Dreh, Mittelalter-Lebensformen, ob Graffiti, Streetart oder Fairer Handel - es ist viel zu sehen, zu tun und zu handeln. Abends endet der Tag mit "Disco", "Gala" oder Konzert um schließlich in die Nachtkirche zu münden. Kein Wunder, dass das "Schlafdefizit" mit viel Humor und Durchaltewillen getragen wird.

In Wittenberg geht nichts ohne Luther.

Ein Höhepunkt für alle ist sicher die Besichtigungs-Tour in Wittenberg selbst. Mit dem Bus geht es in die Innenstadt, wo die Gruppen durch junge Freiwillige mit pädagogischem Geschick mit der Geschichte der Stadt und ihren berühmten Personen von Luther bis Melanchthon, von Cranach bis Friedrich dem Weisen vertraut gemacht werden. Wittenberg ist natürlich derzeit eine besondere Augenweide, zumal die Weltausstellung zum Reformationsjubiläum die Stadt zusätzlich aufhübscht. Besonders faszinierend ist für die Jugendlichen das Asisi-Panorama: ein grandioses nach mittelalterlichen Szenen gestaltetes dreidimensionales Schaubild (Panometer) des Künstlers Asisi von Wittenberg. Man hat wirklich das Gefühl auf dem mittelalterlichen Marktplatz Wittenbergs im Jahre 1517 zu stehen. Der Tag endet dann mit einer Andacht in der Schlosskirche, an deren Portal Luther einst seine Thesen veröffentlichte und in der er jetzt begraben liegt.

Das Konficamp ist einfach ein XXL-Highlight des Reformationssommers und jedem Jugendlichen wärmstens zu empfehlen!